-
Kinderarbeit:
Es wird geschaetzt, dass in
der Türkei 6 millionen Kinder arbeiten. 18 % der meist nicht legalen
Bescheftigten in der Türkei sind Kinder. Trotz Verbot von
Kinderarbeit müssen 30 % aller türkischen Kinder zwischen 7 und 14
Jahren unter meist schweren Bedingungen taeglich bis zu 10 Stunden
arbeiten. 78 % der Kinder, die arbeiten, besuchen die Schule nicht.
-
Ungleiche
Vermögensverteilung: Der
Anteil am nationalen BSP der abhaengigen Beschaeftigten betraegt nur
24 %, obwohl die Steuerlast der selben Gruppe 52 % ist.
-
Hohe
Arbeitslosigkeit:
Die Arbeitslosigkeit in der Türkei, ist
meist grösser als die ofizielle Statistik des türkischen Arbeitsamts.
-
Fehlen einer
aktiven Beschaeftigungspolitik:
Ein Grund für die hohe Arbeitslosigkeit
in der Türkei, liegt in der nicht ausreichenden personellen,
finanziellen und organisatorischen Ausstattung der türkischen
Arbeitsaemter, die eine beschaeftigungsfördernde Politik nicht
ausreichend ausführen.
-
Hohe
Arbeitsunfallqoute: Die Türkei
verzeichnet die grösste Arbeitsunfallrate in Europa. İm Jahre 1999
enstanden 78.000 Arbeitsunfaelle und über 1.000 Menschen erlitten
eine Berufskrankheit. Aufgrund der Arbeitsunfaelle starben 1.333
Beschaeftigte. 3.407 Personen blieben für immer arbeitsunfaehig.
Aufgrund der hohen Zahl an Arvbeitsunfaellen verlor der Arbeitsmarkt
1.900.000 Arbeitstage.
-
Unzureichende
Schutzmassnahmen am Arbeitsplatz:
Ein Grund für die hohe Zahl der
Arbeitsunfaelle besteht in der unzureichenden vorbeugenden
Massanhmen insbesondere in kleineren Fabriken und Werkstaetten.
-
Grosser Anteil an
Nicht Aktiver Bevölkerung:
Die Zahl der offiziell nicht aktiven Bevölkerung ist relativ hoch.
Dies kann als ein Zeichen der Schwarzarbeit oder einer versteckten
Arbeitslosigkeit bewertet werden. Im Jahre 2000 gehörten rund 23
millionen Menschen nicht zur Arbeitskraft. Die prozentuale
Aufteilung von nicht aktiven Bevölkerungsgruppen ist wie folgt: a)
Hausfrauen: 53 %. b) Schüler und Studenten: 13 %. c) 13 % Rentner.
d) Greise, Behinderte und andere.
-
Schwarzarbeit:
Es wird vermutet, dass rund 5
millionen Menschen in der Türkei schwarz arbeiten. Dies führt dazu,
dass das türkische Sozialversicherungssystem finanziell in Notlage
gebracht wird. Die wirtschaftlichen Schaeden belaufen auf 25 % des
türkischen BSP’s. Unzureichende Kontrollmechanismen, zu hohe Lohn-und
Sozialsteuer verursachen, dass immer mehr Menschen ohne
sozialversicherungspflicht und somit ohne Schutz arbeiten.
-
Unzureichende
Behindertenpolitik:
Die heutige Situation der Behinderten ist immer noch unbefriedigend.
Obwohl in den letzten Jahren grosse Anstrengungen hinsichtlich mehr
Beschaeftigung von Behinderten unternommen wurden, sind viele der
arbeitsfaehigen- und willigen Behinderte arbeitslos. Zudem sind
immer noch nicht alle Arbeitsplaetze, öffentlichen Gebäude und
Transportmittel rollstuhlgängig. Somit werden behinderte Personen
diskriminiert. Öffentliche Gebäude und Transportmittel müssen
deshalb „behindertentauglich“ gemacht werden. Dies endet aber nicht
hier, sondern erstreckt sich auch auf Strassen, Kinos,
Einkaufszentren, Restaurants usw. Neue Baubewilligungen von
öffentlichen Gebäuden müssen mit der Auflage verbunden werden, dass
sie für Behinderte (Rollstuhl und Blinde) mühelos zugänglich sind.
-
Unzureichende
Sozialpolitische Massnahmen und Aktivitaeten:
Normalerweise wird unter Sozialpolitik die Gesamtheit der
staatlichen Bestrebungen und Massnahmen verstanden, die auf die
Stärkung der Marktstellung der wirtschaftlichen schwächeren
Bevölkerungskreise abzielen und die diesen Bevölkerungsgruppen zu
einem angemesseneren Anteil am Sozialprodukt und an der
Vermögensbildung zu verhelfen versuchen. Staatliche
Finanzschwierigkeiten und Misswirtschaft erschwaeren jedoch die
Verwirklichung der Ziele der Sozialpolitik.
-
Unzureichende
Soziale Sicherheit (Fürsorge und Versorgung):
Die
Sozialhilfe ist nur für Personen gedacht, die nicht der
Sozialversicherung angehören:
Die öffentliche Fürsorge (Sozialhilfe) und staatliche
Versorgungsprogramme umfassen normalerweise auch auf individuelle
Hilfe an Einzelpersonen, Familien und Gruppen, die obwohl
Sozialverischerungsschutz vorliegt, sich in einer sozialen Notlage
z.B. aufgrund hoher Sozialausgaben befinden. Generelle Massnahmen
zur Förderung der sozialen Dienste und Einrichtungen sowie
Vorbeugung und Bekämpfung der Ursachen sozialer Notlagen sind nicht
ausgebaut. Die Sozialhilfe geht vom Bedarfsprinzip aus. Menschen,
die in Notlagen geraten, haben zwar einen Anspruch auf staatliche
Unterstützung. Doch die Betraege der Sozialtransfers sind zumeist
unter dem Existenzminimum.
-
Unzureichende
praeventive Sozialpolitik:
Der Alkohol-, Zigaretten- und Drogenkonsum ist in den letzten Jahren
vor allem bei Jugendlichen dramatisch gestiegen. Dies hat
Auswirkungen auf die Gesundheit der Betroffenen. Auch kommen viele
von ihrer Sucht nicht mehr los. Das Verkaufsverbot von Alkohol und
Zigaretten an Jugendliche wird nur halbherzig durchgesetzt. Die
Präventionsarbeit in der Schule und in anderen Bereichen ist nach
wie vor unzureichend.